Robert Mazars: Hommage an einen Pioneer

In den mehr als neunzig Jahren seines Lebens verlor Robert Mazars eines nie: seine unstillbare Neugier. Doch er war mehr als nur ein Mensch mit großem Wissensdrang und außergewöhnlichem Erfahrungsschatz - er war ein Vordenker, ein Visionär, ein Mann von unbändigem Engagement, der von der Bedeutung einer kontinuierlichen Erneuerung überzeugt war und sich nicht scheute, die Dinge anzupacken.

30. Januar 1920 – 2. Juli 2015

Von der Bedeutung kontinuierlicher Erneuerung überzeugt 

Einen Abschluss an der HEC Business School in der Tasche, war für Robert Mazars eine Karriere im Bereich von Volkswirtschaft, Recht und Sprachen eigentlich vorgezeichnet. Doch Mazars liebte auch seine Heimat und nach dem zweiten Weltkrieg stand in Frankreich der Wiederaufbau des Landes bevor. 

Robert Mazars entschied sich – mit gerade einmal 20 Jahren und gänzlich unerfahren, aber überzeugt von der wichtigen Rolle, die den Unternehmen beim Wiederaufbau des Landes zukommen würde – ins kalte Wasser zu springen und in den noch nicht regulierten Bereich der Wirtschaftsprüfung zu gehen. Er war davon überzeugt, als Wirtschaftsprüfer einen relevanten Beitrag für die Zukunft leisten zu können.

So gründete er in der Rue de Buffon in der Stadt Rouen das Unternehmen, das seinen Namen tragen sollte. Er startete mit einem knappen Dutzend kleinerer Firmen und Einzelunternehmer als Mandanten, für die er Steuererklärungen erstellte. Als einer der ersten seiner Generation hat Robert Mazars verstanden, dass Wirtschaftsprüfung weit mehr ist als eine saisonale Zusatztätigkeit für Buchhalter und Wirtschaftsprüfer.

Nachdrücklich setzte er sich für die Idee ein, Wirtschaftsprüfung als eigenständigen Berufsstand mit einer fachlichen und sozialen Funktion anzuerkennen. Darüber hinaus erkannte frühzeitig er den Bedarf an modernen und anspruchsvollen Prüfungsstandards ebenso wie die zwangsläufige Internationalisierung des Prüfungssektors.

Im Jahr 1945 nahm er an einer von der französischen Regierung organisierten Reise in die USA teil. Das Ziel dieser Reise war die Wiederbelebung der amerikanisch-französischen Handelsbeziehungen. 1951 besuchte er im Rahmen einer weiteren sechswöchigen Reise über dreißig amerikanische Unternehmen auf der Suche nach neuen Ideen für französische Unternehmer.

Wirtschaftsprüfung – ein Berufsstand mit sozialer Verantwortung

Robert Mazars war vor allem ein freier Geist. In seinem Unternehmen, das über die Jahrzehnte stetig wuchs und 1983 zehn Partner und eine steigende Zahl bedeutender Finanzinstitutionen zu seinen Mandanten zählte, verankerte er vier grundlegende Werte, die bis heute das Fundament der internationalen integrierten Partnerschaft der Mazars Gruppe bilden.

Der erste dieser Werte ist Unabhängigkeit. Robert Mazars bildete sich schnell eine Meinung und zögerte niemals, seine Meinung zu verteidigen. Der zweite Wert ist Expertise, ohne die Unabhängigkeit bedeutungslos ist. Robert Mazars war davon überzeugt, dass der Prüfer seine Tätigkeit mit Exzellenz ausüben muss und dass Qualität die Grundlage für individuelle Werte und kollektiven Erfolg bildet. Der dritte Wert ist das Teilen: Der einzig wahre Reichtum, den es gibt, sind Männer und Frauen, die diesen Wert verstanden haben. Es sind Teamgeist und gemeinsame Ziele, die diesen Reichtum erschaffen. Und schließlich Toleranz: Gegenseitiger Respekt war für Robert Mazars der Schlüssel zu guten zwischenmenschlichen Beziehungen; er nahm diesen Wert am Ende seines Berufslebens in die Liste seiner Grundwerte auf

Unabhängigkeit, Kompetenz, Teilhabe, Toleranz

Diese vier Werte gelten noch immer als die grundlegenden Prinzipien unseres Unternehmens. Nur auf Basis dieser Werte können wir heute die Zukunft von Mazars gestalten.

Ende der 1970er Jahre lag die Zukunft des Unternehmens als Herausforderer in den Händen eines stabilen und loyalen Teams. Mitarbeiter wurden auf Basis ihrer fachlichen Kompetenz und ihrer Solidarität eingestellt. Im Gegenzug schenkte Robert Mazars seinen Mitarbeitern Vertrauen und Verantwortung und machte sie schließlich zu Partnern. Dabei erhielt jeder Partner den gleichen Gesellschafteranteil und die gleiche Vergütung. Robert Mazars‘ eigenes Einkommen lag bei nur 10% über dem der jüngsten Partner.

Im Jahr 1983 übergab Robert Mazars im Alter von 63 Jahren die Leitung seines Unternehmens an den 30 Jahre jüngeren Patrick de Cambourg. Entgegen vieler Stimmen, die in dieser Entscheidung ein großes Risiko für sein Lebenswerk sahen, wurde sein Vertrauen nicht enttäuscht. Mazars verfolgte weiter den Traum seines Gründers: Heute nimmt Mazars eine bedeutende Stellung im Markt ein.

Es ist kaum möglich, Robert Mazars mit diesen wenigen Worten gerecht zu werden. Doch wir können unterstreichen, dass Robert Mazars Fähigkeiten, seiner Zeit voraus zu denken, seine Neugier, sein Wagemut und seine Werte in uns – den heutigen Mitarbeitern von Mazars – weiterleben. Robert Mazars ist für uns alle eine Quelle der Inspiration und wird es auch für künftige Generationen bleiben. Dafür werden wir ihm immer dankbar sein.

Share