Mazars und Shift rücken Menschenrechte in den Fokus der Corporate Governance-Debatte

19.09.2017 – London/Berlin – Da Unternehmen zunehmend für ihren weitreichenden Einfluss auf die Gesellschaft verantwortlich gemacht werden, haben Mazars und Shift heute eine umfassende Prüfungsrichtlinie für Menschenrechte veröffentlicht. Diese geben Unternehmen zum ersten Mal in der Geschichte eine klare Orientierung darüber, wie sie ihre Informationen über die Einhaltung von Menschenrechten im Einklang mit internationalen Standards bereitstellen.

Die neue Prüfungsrichtlinie, die die internationale Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars zusammen mit der führenden gemeinnützigen Vereinigung für Menschenrechte, Shift, über mehrere Jahre hinweg entwickelt hat, unterstützt das UN Guiding Principles Reporting Framework aus dem Jahr 2015. Dieses ist der weltweit einzige Berichtsrahmen für Unternehmen, die sich umfassend an den international gültigen UN Guiding Principles on Business and Human Rights orientieren. Die neue Richtlinie unterstützt die interne Revision von Unternehmen dabei, die Geschäftstätigkeit im Einklang mit der Einhaltung von Menschenrechten zu gewährleisten. Zugleich unterstützt sie externe Prüfungsunternehmen bei der Überwachung der Berichterstattung zur Einhaltung der Menschenrechte.

Regierungen nutzen heute die Corporate Governance als Kernaspekt, um unethische Verhaltensweisen zu ermitteln und zu adressieren. Ein Unternehmen, das sich seiner Verantwortung für die Einhaltung von Menschenrechte bewusst ist und über seine Aktivitäten dazu berichtet, ist in puncto Übernahme von Verantwortung für Corporate Governance führend.  

In den zwei Jahren seit der Veröffentlichung des UN Guiding Principles Reporting Frameworks wurde es von führenden Unternehmen, Regierungen, Investoren und gesellschaftspolitisch engagierten Organisationen als entscheidende Maßnahme begrüßt, die Unternehmen dabei unterstützt, ihr Risikomanagement im Hinblick auf Menschenrechte zu verbessern sowie größere Transparenz und Verantwortung zu zeigen. Mehrere westliche Regierungen haben es offiziell als Richtlinie für Unternehmen empfohlen. Führende Unternehmen wie Unilever, Citi, Ericsson, H&M und Microsoft haben öffentlich erklärt, dass das UN Guiding Principles Reporting Framework maßgeblich war für ihr Risiko Management und Reporting.

Professor John Ruggie, Autor der UN Guiding Principles, sagt dazu: „Heute muss jedes Unternehmen, das entweder seine eigene Nachhaltigkeit nachweisen will oder zeigen möchte, wie es zu nachhaltiger Entwicklung beiträgt, seine Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit sowie seiner Wertschöpfungskette belegen. Die unabhängige Überprüfung dieser Aktivitäten spielt eine wichtige Rolle: Sie steigert die Glaubwürdigkeit dessen, was dem Vorstand berichtet wird oder was Dritte über Risiken und Leistung sagen.“

Richard Karmel, Head of Human Rights bei Mazars, sagt: „Die EU fordert jetzt alle Vorstände europäischer Aktiengesellschaften mit mehr als 500 Mitarbeitern auf, darüber auskunftsfähig zu sein, wie ihre Gesellschaften Risiken für Menschenrechte identifizieren und wie sie damit umgehen. Ihre Investoren, ihre Kunden und ihre Angestellten haben das Recht über die Fortschritte, die diese Unternehmen an diesem Punkt umsetzen, informiert zu werden: Es reicht heute nicht mehr aus zu sagen „Das war mir nicht bewusst“.“

„Derartige Anforderungen verleihen Interner Revision und externer Prüfung heute größere Bedeutung als je zuvor“, sagt Kai Beckmann, Head of Sustainability bei Roever Broenner Susat Mazars in Deutschland. „Umso wichtiger ist die nachhaltige Unterstützung der Einführung der neuen Prüfungsrichtlinie zur Einhaltung der Menschenrechte durch die Global and Chartered Institutes of Internal Auditors. Als professionelle Berater können wir die Frage der Menschenrechte nicht länger umgehen, sondern müssen sie effektiv in unsere beruflichen Fähigkeiten integrieren. Der neue Standard trägt dazu bei, diesen Anspruch umzusetzen.“

Caroline Rees, Präsidentin von Shift, erläutert: „Diese Prüfungs-Richtlinien tragen dazu bei, dass die Arbeit fachkundiger Prüfer bei der Förderung von Arbeitnehmern, Gemeinden und anderen Interessengruppen, die von der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens betroffen sind, eine wertvolle Rolle spielt und für das Unternehmen mittel- und langfristig Mehrwert schafft.

Sie fügt hinzu: „Unternehmen können mit diesem Thema nicht leichtfertig umgehen. Es gibt erhebliche Risiken für die Reputation von Unternehmen, für deren Fortbestand und geschäftlichen Möglichkeiten, wenn diese ihre Verpflichtung zur Berichterstattung über die Einhaltung von Menschenrechten ignorieren. Das gilt sowohl für ihre direkte Geschäftstätigkeit als auch für die Lieferketten von Unternehmen. Der einzig wahre Schutz zur Sicherung der Geschäftstätigkeit sind geeignete, wirksame Vorgehensweisen.“

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