Änderung des IFRS 16 zu Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021

Wie bereits in dem vorherigen IFRS-Newsletter (1/2021) angekündigt, veröffentlichte das IASB im Februar 2021 einen Änderungsvorschlag der Covid-19-bezogenen Mietkonzessionen nach IFRS 16.

Der Entwurf empfiehlt, die nach Paragraf 46A des Standards zulässige Ausnahmeregelung auf Zugeständnisse bei Leasingzahlungen auszuweiten, die bis zum 30. Juni 2022 fällig sind (statt wie bisher bis zum 30. Juni 2021).

Zusätzlich schlägt das IASB in dem Entwurf vor, dass:

  • ein Leasingnehmer, der die praktische Erleichterung in Paragraf 46A bereits auf Zugeständnisse für Leasingzahlungen angewendet hat, die bis zum 30. Juni 2021 (dem ursprünglichen Enddatum) fällig sind, diese auch auf Zugeständnisse für Leasingzahlungen anwenden muss, die bis zum 30. Juni 2022 fällig sind;
  • ein Leasingnehmer, der sich zuvor dafür entschieden hat, die Ausnahmeregelung nicht auf Zugeständnisse für bis zum 30. Juni 2021 fällige Leasingzahlungen anzuwenden, diese nicht auf Zugeständnisse anwenden darf, die nach diesem Datum für bis zum 30. Juni 2022 fällige Leasingzahlungen gewährt werden;
  • ein Leasingnehmer, der noch nicht entschieden hat, ob er die Ausnahmeregelung anwendet oder nicht, sich dazu entscheiden kann, die geänderte Fassung rückwirkend auf alle Verträge mit ähnlichen Merkmalen und Umständen anzuwenden.

Die Kommentierungsfrist für die Änderung war kürzer als üblich und endete am 25. Februar 2021.

Da die öffentliche Gesundheitskrise länger andauert als ursprünglich prognostiziert, hat das IASB seine vorgeschlagene Änderung des IFRS 16 zu Covid-19-bezogenen Mietkonzessionen über den 30. Juni 2021 hinaus im Eilverfahren durchgesetzt.

Am 31. März, weniger als zwei Monate nach der Veröffentlichung des zuvor dargestellten Entwurfs, veröffentlichte das IASB eine neue Änderung zu IFRS 16 mit dem Titel Covid-19-Related Rent Concessions beyond 30 June 2021 (hier verfügbar und für drei Monate kostenlos zugänglich). Die neue Änderung erweitert die in Paragraf 46A dargelegte praktische Erleichterung, die es einem Unternehmen erlaubt, eine Änderung der Leasingzahlungen, die aus Covid-19-bezogenen Mietkonzessionen resultiert, so zu bilanzieren, als ob es sich bei dieser Änderung nicht um eine Leasingänderung handeln würde. Somit würden die Auswirkungen der Mietvergünstigung im Periodenergebnis und nicht über die Restlaufzeit des Leasingverhältnisses erfasst werden.

Die neu veröffentlichte Änderung legt fest, dass:

  • ein Leasingnehmer die praktische Ausnahmeregelung in Paragraf 46A konsequent auf alle in Frage kommenden Verträge mit ähnlichen Eigenschaften und unter ähnlichen Umständen anwenden muss, unabhängig davon, ob der Vertrag als Ergebnis der ursprünglichen Änderung vom Mai 2020 oder der Änderung vom März 2021 zugelassen wurde. Aufgrund der rückwirkenden Anwendung der Änderung treten einige praktische Anwendungsschwierigkeiten auf. Mietzugeständnisse, die ursprünglich vom Anwendungsbereich der Änderung vom Mai 2020 ausgenommen waren, da sie sich auf Mietzahlungen betrafen, die nach dem 30. Juni 2021 fällig werden, können nun in den Anwendungsbereich der neuen Änderung fallen und müssten daher rückwirkend angepasst werden;
  • die Angaben in Paragraf 28 (f) des IAS 8 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Änderungen von Schätzungen und Fehler nicht erforderlich sind.

Die Änderung ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. April 2021 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig für Abschlüsse, die zum 31. März 2021 noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben wurden. Das Endorsement durch die EU steht noch aus.

Des Weiteren ist die Änderung rückwirkend anzuwenden und die kumulierte Auswirkung der Erstanwendung ist als Anpassung des Eröffnungsbilanzwertes der Gewinnrücklagen (oder ggf. anderer Eigenkapitalbestandteile) zu erfassen.

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Dies ist ein Beitrag aus unserem IFRS-Newsletter 2-2021. Die gesamte Ausgabe finden Sie hier. Sie können diesen Newsletter auch abonnieren und erhalten die aktuelle Ausgabe direkt zum Erscheinungstermin.