Preismonitor Wasser: Auswertung und Vergleich der Wassergebühren und Wasserpreise in den neuen Bundesländern 2020

Der Mazars Preismonitor Wasser dokumentiert die Struktur und die Höhe der Gebühren und Preise der Trinkwasserversorgung für Haushaltskunden.

Zu den erfassten Daten zählen u. a. die Rechtsform der Aufgabenträger, der gewählte Grundgebühren/- preismaßstab und die aktuelle Gebühren- bzw. Preishöhe.

In der Auswertung für das Jahr 2020 (mit Stand  März 2020) wurden für die neuen Bundesländer und Großstädte 294 frei zugängliche Datensätze erfasst und ausgewertet. Die Erweiterung des Preismonitors Wasser um Großstädte im Bundesgebiet bietet neue Möglichkeiten des überregionalen Vergleichs.

Das Preisniveau hat sich insgesamt im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 1,3 % erhöht und liegt damit unter der für das Jahr 2019 vom Statistischen  Bundesamt ermittelten allgemeinen Inflationsrate  von 1,4 %.

Der Mazars Preismonitor Wasser ermöglicht einen überregionalen Vergleich der Wassergebühren und -preise. Unternehmensspezifische Auswertungen gestatten eine Gegenüberstellung des betreffenden Wasserversorgungsunternehmens (WVU) mit anderen Unternehmen der Branche.

Nachfolgend sind exemplarisch einige der vielfältigen Analysemöglichkeiten des Mazars Preismonitors Wasser dargestellt.

Vergleich zum Vorjahr 2019

Von den 294 betrachteten Datensätzen haben 70 Unternehmen Gebühren-/Preisveränderungen zum Jahr 2020 durchgeführt. Die häufigsten Preis-/Gebührenanpassungen wurden in Sachsen beobachtet, die geringste Anzahl in Mecklenburg Vorpommern.

Das Preisniveau in den neuen Bundesländern hat sich im Vergleich zum Vorjahr 2019 um durchschnittlich 1,3% erhöht und liegt damit unter der für das Jahr 2019 vom Statistischen Bundesamt ermittelten allgemeinen Inflationsrate (Verbraucherpreisindex) von 1,4 %.

Die gewählten Organisationsformen/Rechtsformen der betrachteten Unternehmen blieben im Vergleich zum Jahr 2019 unverändert. In Bezug auf die Gesamtzahl der betrachteten Wasserversorgungsunternehmen überwiegen insgesamt die öffentlich-rechtlichen Organisationsformen.

Wie bereits im Jahr 2019 liegt auch weiterhin ein Gleichgewicht zwischen den gewählten Erhebungsarten – Gebühr bzw. Preis – vor. Bei der Erhebung von Grundgebühren/-preisen fällt die Wahl  der WVU auch im Jahr 2020 am häufigsten auf den  Zählermaßstab.

Rechtsformen

Die Wasserversorgung wird in den neuen Bundesländern überwiegend in öffentlich-rechtlichen Organisationsformen erbracht (z. B. Eigenbetriebe, Zweckverbände).

Diese Organisationsformen dominieren insbesondere in Thüringen und Brandenburg, wo 88 % bzw. 91 % der Aufgabenträger in öffentlich-rechtlichen Rechtsformen organisiert sind.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg Vorpommern ist das Verhältnis von privatrechtlichen und öffentlich-rechtlichen Organisationsformen in der Trinkwasserwirtschaft annähernd ausgeglichen.

Im Vergleich zum Vorjahr 2019 konnten keine signifikanten Unterschiede bei den gewählten Rechtsformen festgestellt werden.

Massstab für Grundgebühren-/ Preiserhebung

Nach Auswertung des Mazars Preismonitors Wasser für das Jahr 2020 ist die Größe der Wasserzähler der gebräuchlichste Maßstab für die (teilweise) Refinanzierung der Vorhaltekosten der Wasserversorgung. In den neuen Bundesländern dominiert er mit 74% der WVU. Auch hier konnten im Vergleich zum Vorjahr keine wesentlichen Änderungen beobachtet werden.

Der Wohneinheitenmaßstab ist zumindest in Mecklenburg-Vorpommern eine gebräuchliche Alternative zum Zählermaßstab.

Refinanzierungsform

Trotz des hohen Anteils der öffentlich-rechtlichen Organisationsform in der Wasserwirtschaft nutzen die betrachteten WVU auch privatrechtliche Strukturen für die Refinanzierung ihrer Leistungen. Damit optiert auch eine nicht unwesentliche Anzahl an  Eigenbetrieben und Verbänden für die privatrecht liche Ausgestaltung der Entgeltbeziehungen zu ihren Kund*innen.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg -Vorpommern überwiegen privatrechtliche Preise. In Thüringen und Brandenburg ist hingegen die Gebührenerhebung die präferierte  Refinanzierungsform.

Grundgebühren und -Preise im Durchschnitt

Zählermaßstab

Die folgende Grafik zeigt die durchschnittliche Grundpreis- bzw. Grundgebührenhöhe für den Wasserzähler Q3 = 4 in den betrachteten Bundesländern (Angaben in Euro/Monat netto):

In Sachsen und Thüringen ist das durchschnittliche Niveau der Grundpreise- bzw. -gebühren mit Zählermaßstab gestiegen, in Brandenburg, Sachsen Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ist es hingegen nahezu konstant.

Wohnheitenmassstab

Die durchschnittlichen Grundgebühren bzw. Grund preise je Wohneinheit liegen in den Jahren 2019 und 2020 nur geringfügig unter den Grundgebühren bzw. Grundpreisen, die für den gebräuchlichsten Zähler Q3 = 4 erhoben werden. Die Gebühren bzw.  Preise je Wohneinheit gestalten sich in den neuen Bundesländern wie folgt (Angaben netto):

In Sachsen-Anhalt ist im Vergleich der durchschnittlichen Grundpreise bzw. -gebühren ein Absinken vom Jahr 2019 zum Jahr 2020 zu beobachten. In den restlichen betrachteten Bundesländern stieg das Preis- bzw. Gebührenniveau vom Jahr 2019 zum Jahr 2020 an.

Beispielhafte Boxplot-Auswertung

Mit dem Mazars Preismonitor Wasser können auch weitergehende Auswertungen vorgenommen werden. Exemplarisch ist eine Darstellung der erfassten Mengenpreise in einem Boxplot-Diagramm.

Ein Boxplot (auch Box-Whisker-Plot) zeigt die Verteilung eines Merkmals (hier Gebühren und  Preise) auf und gibt einen genaueren Aufschluss über die Verteilung und Streuung der Gebühren und Preise als der berechnete Durchschnitt.

Die Box in der grafischen Darstellung entspricht dem Bereich, in dem die mittleren 50% der Daten liegen, begrenzt durch das untere und obere Quartil. Eine Markierung in der Box zeigt den Median an. Die Striche nach unten und oben zeigen den Abstand zu dem Minimal- und Maximalwert auf.

Der folgende Boxplot wurde für die Verteilung der Mengengebühren/-preise in einem ausgewählten Bundesland erstellt (Angaben netto):

Der Boxplot für die Mengengebühren/-preise verdeutlicht, dass die Gebühren/Preise in diesem Bundesland zwischen 1,30 Euro/m³ und 2,35 Euro/ m³ liegen, wobei sich 50 % auf die Spanne von 1,53 Euro/m³ und 1,97 €/m³ verteilen.

Für den Vergleich der Entgelte der WVU bieten die Boxplot-Diagramme für Mengen- oder Grundentgelte nur eingeschränkte Möglichkeiten. Um eine bessere Vergleichbarkeit der Entgelte der WVU herzustellen, bietet sich die Auswertung von verschiedenen Typfällen an (definierter Verbrauch pro Jahr, Zählergröße, Anzahl von Wohneinheiten).

Unternehmensspezifische Auswertungen

Mit dem Mazars Preismonitor Wasser können verschiedene Auswertungen auch für einzelne WVU durchgeführt werden. Damit wird eine unternehmensspezifische Einschätzung der Gebühren-/Preishöhe in Relation zu definierten Vergleichsgruppen möglich.

Ihr Nutzen

  • Der Mazars Preismonitor Wasser ermöglicht Ihnen einen überörtlichen Vergleich Ihrer Preise oder Gebühren.
  • Der Mazars Preismonitor Wasser dient der  Positionierung Ihres Unternehmens im Rahmen von Anpassungen der Preis- und Gebührenhöhe sowie bei Veränderungen der Tarifstrukturen.
  • Der Mazars Preismonitor Wasser ist damit ein wichtiges Instrument zur Akzeptanz von Gebühren oder Preisen bei Kund*innen, Politik, Aufsichts und Kartellbehörden.

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