Wissenschaftliche Studie zur Integration von ESG-Risiken im Risikomanagement

Die Haltung gegenüber CSR (Corporate Social Responsibility) und der transparente Umgang mit Risiken aus dem CSR Umfeld hat in den letzten 2 bis 3 Jahren nicht erst seit dem Pariser Abkommen vom 12. Dezember 2015 spürbar zugenommen.

Während Unternehmen Nachhaltigkeit zunehmend als Teil der Unternehmensführung ansehen, wurden auch diverse politische oder behördliche Initiativen gestartet um Nachhaltigkeitsthemen und -risiken verstärkt in den Fokus zu rücken. Zu nennen sind da neben dem CSR-RUG auch der Standard von COSO und dem WBCSD „Applying Enterprise Risk Management to Environmental, Social and Governance-related Risks” sowie das Konsultationspapier der ESMA zur Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in OGAW und AIFM Richtlinien. Auch das World Economic Forum zeigt in seinem Global Risk Report 2019 auf, dass mittlerweile acht von zehn der Top-10-Unternehmensrisiken in den Bereich der sozialen, geopolitischen und ökologischen Risiken einzuordnen sind.

Die Risk Management Association (RMA), die FHDW Hannover sowie Mazars nehmen diese Entwicklung zum Anlass, um eine wissenschaftliche Studie zur Integration von ESG-Risiken im Risikomanagement zu erstellen.

Empfänger

Die Studie richtet sich an alle Unternehmen, die das Thema Nachhaltigkeit behandeln müssen (CSR Pflichten und/oder Lageberichtsanforderungen an nichtfinanzielle Berichterstattung) oder freiwillig intensivieren (interne Vorgaben, Reputation etc.) und zugleich über ausgereifte RMS und CSR Strukturen verfügen. Der neue COSO / WBCSD Standard zur Integration von ESG Risiken in das Risikomanagement stellt ein interessantes Hilfswerk dar, um die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von ESG Risiken in Unternehmen zu unterstützen und zu verbessern sowie bestehende Nachhaltigkeits- und Risikokonzepte eng miteinander zu verknüpfen. Empfänger sind im ersten Schritt daher Risikomanager bzw. Risikoverantwortliche und Nachhaltigkeitsmanager. Wesentliche Erkenntnisse können darüber hinaus für Entscheider auf C-Level und in Aufsichtsräten aufbereitet werden.

Format und Zeitablauf

Der RMA, die FHDW Hannover und Mazars haben einen Fragenkatalog entwickelt, welcher den status quo zur Integration von Nachhaltigkeitsrisiken im Risikomanagement betrachtet, Herausforderungen identifiziert um hieraus erforderliche Maßnahmen an die Auf- und Ablauforganisation in den Unternehmen, insbesondere im Risiko- und Nachhaltigkeitsmanagement, abzuleiten.

Hierfür suchen wir Risikomanager und Nachhaltigkeitsmanager, die im Rahmen eines Telefoninterviews den entwickelten Fragenkatalog mit unserer Expertengruppe diskutieren. Die Telefoninterviews sollen im Februar und März 2019 stattfinden. Die anschließende schriftliche Studie soll in Q2 2019 publiziert sein.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die Ziele und Herangehensweise im Detail dar. Wir würden uns freuen, wenn Sie Interesse an einer Teilnahme an dieser wissenschaftlichen Studie haben. Bei Fragen kontaktieren Sie gerne jederzeit unsere Experten von Mazars.     

Status

Nicht erst durch die Regulierung im Rahmen des CSR RUG sind betroffene Unternehmen verpflichtet, sich explizit mit ESG-Risiken (Environmental, Social, Governance & Risks) zu beschäftigen und diese bei entsprechender Relevanz im Lagebericht aufzunehmen.

Ein Blick auf die Grundlagen der bestehenden Risikoberichterstattung, basierend auf dem Risikofrüherkennungssystem (KonTraG) verdeutlicht, dass die betroffenen Unternehmen nun im Lagebericht über Risiken berichten, die aus unterschiedlichen Managementsystemen erhoben werden könnten (allgemeines Risikomanagement bspw. nach COSO oder ISO 31000 sowie Nachhaltigkeits-Managementsysteme). Diese können sich in der Regel insbesondere durch folgende Aspekte unterscheiden:

  • Bewertungsgrundlagen
  • Bewertungszeitraum
  • Zielgruppen (Shareholder versus Stakeholder)

Bereiche Nachhaltigkeit und ERM zurückzuführen.

Für Unternehmen bestehen durch die Umsetzung des integrierten Ansatzes folgende Vorteile:

  • Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Risiken, inklusive ESG-Risiken, durch Einnahme einer strategischen Perspektive
  • Die Integration von ESG in bestehende Steuerungs- und Kontrollinstrumente erhöht die Datenqualität und Prozesssicherheit zu ESG Aussagen.
  • Durch die Zusammenführung der jeweiligen „Werkzeugkästen“ besteht die Chance, das bestehende Risikomanagement- und Risikofrüherkennungssystem hinsichtlich perspektivischer Aussagen und einer verbesserten Risikoeinschätzung weiterzuentwickeln.
  • Redundanzen werden vermieden und Synergiepotentiale zwischen beiden Managementsystemen geschaffen.
  • Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses und einer gemeinsamen Sprache für ESG- und klassische Risiken, die bislang im Rahmen des ERM-Prozesses erfasst wurden
  • Optimiertes Ressourcenmanagement auf Basis verlässlicher Informationen über ESG-Risiken
  • Nutzung von Chancen durch die Identifizierung von ESG-Trends
  • Eliminierung von Redundanzen innerhalb der Organisation
  • Verbesserte und konsistente Lageberichterstattung

Um beide Systeme bestmöglich zusammenzuführen, haben die beiden führenden Interessenverbände WBCSD und COSO mit einer gemeinsamen Leitlinie erstmals eine Anleitung für Unternehmen zur Integration von ESG-Risiken in das Risikomanagement vorgelegt.

Ziel der Studie aus Sicht der Teilnehmer

  • Darstellung des aktuellen Status bei der Integration von ESG Risiken in das ERM-System
  • Identifikation von Herausforderungen und Synergiepotentialen bei der Integration von ESG-Risiken in das ERM-System
  • Identifikation von Methoden und Konzepten aus dem ESG-Sektor mit Potential zur Weiterentwicklung des ERM-Systems und umgekehrt
  • Vorschläge zur organisatorischen und inhaltlichen Abgrenzung der Bereiche mit Blick auf die jeweiligen Reportingziele
  • Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen
  • Ggf. Positionierung als fortschrittliches Unternehmen für ESG/ERM

Herangehensweise

Die Studie wird in Form von Experten-Interviews erfolgen. Die Interviews, idealerweise telefonisch, werden 45 bis 60 Minute dauern. Im Vorfeld wird allen Teilnehmern der Fragenkatalog zwecks möglicher Vorbereitung und interner Abstimmung zur Verfügung gestellt.  

Aufgrund der Komplexität der Thematik zur Integration von ESG Risiken in das ERM-System setzt die Studie einen klaren Schwerpunkt, der im Folgenden erläutert wird.

Nach unserer Auffassung sind die umfassenden Herausforderungen bei der Integration von ESG Risken in das Risikomanagement nicht allein durch systematische Anpassungen zu lösen. Vielmehr treffen bei der Herangehensweise zur Erhebung, Priorisierung, Bewertung und Steuerung von Risiken im operativen Risikomanagement und Nachhaltigkeitsmanagement zwei Perspektiven aufeinander, die in essentiellen Bereichen voneinander abweichen. Ein Kritikpunkt von Mazars in seiner Veröffentlichung zur Leitlinien hinsichtlich einer Integration von ESG Risiken in das Risikomanagement, welcher vom COSO und der WBCSD entwickelt wurde, bestand insbesondere darin, dass es der Standard nicht schafft, eine passende Anleitung für eine Governance Struktur zur Angleichung der verschiedenen Perspektiven und Systemen des Risikomanagements und Nachhaltigkeitsmanagements darzulegen.

Unsere widerlegbare These ist:

Ohne eine klare Gegenüberstellung bestehender Prozesse, Systeme oder Tools an die Anforderungen eines integrierten Ansatzes sowie fest definierter Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege wird eine vollständige, nachweisbare und dauerhafte Integration von ESG Risiken in das ERM-System nicht möglich sein. 

Die wissenschaftliche Studie wird betrachten, welcher IST Zustand derzeit in Unternehmen vorherrscht und welche Herausforderungen bestehen, die eine Integration von ESG Risiken bereits ermöglichen oder derzeit verhindern. Umzusetzenden Maßnahmen zur Integration von ESG Risiken in das ERM-System werden in der Studie in der Hinsicht Berücksichtigung finden, dass die Herausforderungen im Rahmen der Studie in Struktur- und Systemanforderungen übersetzt werden. 

Anmeldung

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie an der Studie teilnehmen würden. Sprechen Sie gerne unsere Experten direkt an oder hinterlegen Sie im folgenden Link Ihre Kontaktdaten. Wir nehmen schnellstmöglich mit Ihnen zur Klärung von Fragen oder Terminabstimmung Kontakt mit Ihnen auf

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