Risiken: Bei Investor*innen wächst die Sorge vor Regulierung und Wertverfall

Nachhaltige Kapitalanlagen können sicherer und rentabler sein. Es gibt aber auch Risiken. Wenn Angaben über Nachhaltigkeit im Unternehmen nicht korrekt sind, kann das zu aufsichtsrechtlichen Sanktionen und Anlegerklagen führen. Außerdem kann Unternehmensvermögen an Wert verlieren, wenn zum Beispiel Betriebsanlagen hinter aktuellen Umweltstandards zurückbleiben.

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Rentabilität und Reputation: Nachhaltiges Handeln zahlt sich aus

Investor*innen haben die Relevanz des Themas Nachhaltigkeit für die Anlageentscheidungen ihres Unternehmens erkannt, das zeigen die bisherigen Antworten eindeutig.

Die meisten Befragten gehen davon aus, dass Nachhaltigkeitsaspekte ihre Investitions- und Kapitalanlageentscheidungen absichern. 77 Prozent der Investor*innen vertrauen auf eine positive Wirkung von Nachhaltigkeit auf die Sicherheit der Investition. Die knappe Mehrheit spricht sogar von einem „sehr positiven“ Einfluss. Mit 76 Prozent gehen beinahe ebenso viele davon aus, dass Nachhaltigkeit die Rentabilität einer Investition fördert.

Dass die Befragten beide Faktoren ähnlich positiv einschätzen, mag verwundern. Denn laut klassischer Kapitalmarkttheorie stehen diese beiden Ziele bei gemeinsamer Betrachtung im Widerspruch: Wer viel Wert auf Sicherheit legt, muss Abstriche bei der Rentabilität machen und umgekehrt. In puncto Nachhaltigkeit scheint diese Wechselwirkung in den Augen der Befragten aber ausgehebelt.

Grundsätzlich blicken die Befragten sehr positiv auf das Thema Nachhaltigkeit, das macht die Studie deutlich. Aber die Anlageentscheider*innen stellen auch einige Risiken fest, die sich aus verschiedenen Nachhaltigkeitsaspekten ergeben. Mit Blick auf die künftige Regulierung des Themas sieht mit 58 Prozent mehr als die Hälfte Gefahren, etwa durch sich häufig ändernde gesetzliche Vorgaben oder steigende Kosten. 44 Prozent erkennen im Einfluss des Themas auf die Reputation eines Unternehmens oder Finanzprodukts ein Risiko. Klagerisiken befürchtet indessen nur ein knappes Drittel der Entscheider*innen.

Stranded Assets: Risiken für Investor*innen

Ein Drittel der Investor*innen sieht ein Risiko in sogenannten Stranded Assets. Solche „gestrandeten“ Vermögenswerte sind beispielsweise technische Anlagen, Rohstoffe oder Immobilien, die nicht mehr den aktuellen Nachhaltigkeitsanforderungen entsprechen und deshalb an Wert verlieren oder im Extremfall komplett wertlos werden. In Bezug auf Nachhaltigkeit können Umweltprobleme, erhöhte Emissionsgebühren, fallende Preise für Technologien oder eine schärfere Regulierung für einen Wertverlust verantwortlich sein.

Schon im Vorfeld einer Investition beschäftigen sich 86 Prozent der Investor*innen mit der Frage, ob Stranded-Asset-Risiken absehbar sind. Neun von zehn Studienteilnehmer*innen sind der Meinung, dass die Portfolios öfter auf Stranded Assets geprüft werden sollten.

Je nach Tätigkeitsbereich gehen die Befragten unterschiedlich mit Stranded Assets um. Während 54 Prozent der Asset Manager angaben, das Stranded-Asset-Risiko bei Investitionen und Strategien immer zu berücksichtigen, waren es bei den Befragten, die im Bereich Kapitalanlage tätig sind, nur 20 Prozent.

Nachhaltigkeit beeinflusst das Anlageverhalten von Investor*innen. Diese Entwicklung ist aktuell und hochdynamisch. Wer jetzt noch keine extern geprüften Zahlen zu ESG-Fortschritten nachweisen kann, wird es als Unternehmen bald erheblich schwerer haben, an Geld zu kommen. Die Studie zeigt: ESG ist vom grünen Beiwerk zum Pflichtprogramm geworden. Hier lesen Sie unsere Zusammenfassung und unser Fazit.

 

Wirtschaft trifft auf Nachhaltigkeit

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