Reporting: Nachhaltigkeitsberichte sind für Investor*innen die wichtigste Informationsquelle

Mehr als 90 Prozent der Investor*innen halten ein Nachhaltigkeitsreporting für wichtig. Die darin enthaltenen Informationen beziehen sie explizit in Investitions- und Anlageentscheidungen ein. Mehr als ein Drittel der Befragten schließt sogar Unternehmen aus, die ihre Nachhaltigkeit nicht stichhaltig nachweisen können.

Übersicht der zwei Themen auf dieser Seite. Zur Navigation klicken:

Wo Entscheider*innen nach Informationen suchen

Nachhaltigkeitsberichte sind zum neuen Standard der Unternehmensberichterstattung geworden: Immer mehr Unternehmen legen darin detailliert Zeugnis darüber ab, wo sie in Sachen Klimaschutz stehen, bei der Wahrung der Menschenrechte, im Kampf gegen die Korruption und was die Belange der eigenen Arbeitnehmer*innen angeht. Auch aus Sicht von Anlageentscheider*innen oder potenziellen Geschäftspartnern sind solche Reportings mehr als nur Beiwerk – sie ziehen für ihre Entscheidungen ESG-Kennzahlen genauso heran wie die Finanzergebnisse aus dem klassischen Berichtswesen.

Wer die ESG-Performance von Unternehmen beurteilen möchte, verlässt sich selten auf deren ungeprüfte Darstellung – etwa auf der Website. Nur für 24 Prozent der Befragten stellen diese eine „sehr wichtige“ Informationsquelle dar. Stattdessen setzen Entscheider*innen auf testierte Nachhaltigkeitsberichte, externe ESG-Zertifizierungen und Ratings sowie die Mitgliedschaft in Nachhaltigkeitsinitiativen, die ebenfalls klare Transparenzanforderungen anlegen. Neun von zehn Investment- und Anlageentscheider*innen ziehen bei ihren Entscheidungen Kennzahlen zur Nachhaltigkeit eines Unternehmens heran, für mehr als ein Drittel ist fehlende Transparenz sogar ein Dealbreaker: 37 Prozent schließen Unternehmen von vornherein aus, wenn sie ihre Angaben zur Nachhaltigkeit nicht belegen können. Drei von vier Investitionsverantwortlichen greifen inzwischen vor Entscheidungen auf extern geprüfte Informationen zur Nachhaltigkeit der Unternehmen zurück, mit denen sie ins Geschäft kommen wollen. Vor allem die vergangenen zwei Jahre – eine Zeit intensiver öffentlicher Debatten über den Klimaschutz – scheinen hier ein Umdenken bewirkt zu haben: 60 Prozent der Nutzer*innen von ESG-Kennzahlen geben an, dass sie in diesen beiden Jahren begonnen haben, ihre Analysen um Nachhaltigkeitsdaten zu erweitern.

Welche Nachhaltigkeitsaspekte für Entscheider*innen wichtig sind

Die Politik verpflichtet Unternehmen und Finanzmarktteilnehmer*innen ganz ausdrücklich zur Transparenz (EU-Taxonomie/SFDR) beim Thema Umwelt- und Klimaschutz. Doch neben solchen neuen Nachhaltigkeitsregularien sind für Investment- und Anlageentscheider*innen weiterhin auch klassische Aspekte von „Corporate Social Responsibility“ wichtig.

Schließlich bergen diese für Investitionen ebenfalls handfeste Risiken: Es kann sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken, wenn etwa Unregelmäßigkeiten bei der Unternehmensführung oder schlechte Arbeitsbedingungen in der Lieferkette bekannt werden.

Mit dem Thema Energieverbrauch stellen die Befragten im Bereich „Environment“ einen ESG-Klassiker an die erste Stelle. In den beiden anderen ESG-Dimensionen geht es der Mehrheit vorrangig um die eigene Belegschaft (Arbeits- und Gesundheitsschutz) sowie um gesellschaftliche Verantwortung – gut etablierte Felder von Corporate Social Responsibility also, die sich mit unmittelbaren Stakeholdern des Unternehmens befassen. Mit geringem Abstand folgen die neueren ESG-Themen: darunter Schadstoffemissionen, der Umgang mit Ressourcen, Kundensicherheit, Menschenrechte, Governance-Prozesse und -Regeln.

 

Wirtschaft trifft auf Nachhaltigkeit

Zurück zur Hauptseite

Kontakt