ESG-Risiken: Wesentlicher Aspekt eines umfassenden Risikomanagements

Risk- und Krisenmanagement: Wie sehen ein fokussiertes Reporting und die entsprechenden Steuerungsmechanismen aus, um die nun augenscheinlichen Unternehmensrisiken zu minimieren?

Im Moment erlebt nahezu jedes Unternehmen, dass die sogenannten ESG-Risiken (Enviromental, Social & Governance, kurz ESG), die sich häufig nicht direkt aus der Unternehmenstätigkeit ableiten, schwerwiegende Auswirkungen auf ein Unternehmen haben können. Covid-19 ist ein solches ESG-Risiko. Nicht zwingend nimmt ein ESG-Risiko die Dimension einer Pandemie an, doch auch nach der Corona-Krise wird es zunehmend kritische Ereignisse aus dem ESG-Bereich geben.

Wie weitreichend die Auswirkungen dabei sein können und wie rasant sich das Risiko im Krisenfall ausdehnt, haben wir alle mit der Corona-Krise erlebt. Die bestehenden unternehmerischen Risikofrüherkennungssysteme (Enterprise Risk Management Systeme, kurz ERP-Systeme) sind häufig noch nicht in der Lage, die ESG-Risiken systematisch zu erfassen und zu bewerten. Die Instrumente des Nachhaltigkeitsmanagements hingegen können Unternehmern wertvolle Hinweise dazu geben. Nutzen sie dieses Potential für die Risikofrüherkennung!

Bei einem Blick aus der aktuellen Krise in die Zukunft, stellt sich insbesondere folgende Frage: Was muss mein Risikomanagement zukünftig leisten können? Je häufiger und stärker Staaten, Unternehmen, komplette Lieferketten oder ausgewählte Branchen von Großrisiken betroffen sind, desto umfangreicher sind die Erwartungen an das eigene Risikofrüherkennungssystem. Das bezieht sich nicht nur auf die Funktionalität. Das System muss vielmehr in der Lage sein, eine veränderte Risikolandschaft zu erfassen, denn Top-Risiken kommen immer häufiger aus dem Bereich der ESG-Risiken – also aus dem Bereich Enviromental, Social & Governance.

Relevanz von ESG-Risiken für das Risikomanagement

Der jährliche Report des World Economic Forum (WEF) spiegelt diese Entwicklung wider: Im Jahr 2019 waren acht der zehn größten Risiken – gemessen an Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung – ökologisch bedingt. Und dabei waren Pandemien noch gar nicht erfasst. Darüber hinaus hebt das WEF die zunehmende Vernetzung innerhalb der ESG-Risiken hervor sowie deren Verflechtung mit Risiken anderer Kategorien – insbesondere der komplexe Zusammenhang zwischen Umweltrisiken und sozialen Fragen wie z. B. unfreiwilliger Migration wird thematisiert.

Ein Bericht der Society for Corporate Governance in den Vereinigten Staaten stellte fest, dass die mit ESG-Risiken einhergehenden Aspekte oft, wenn auch nicht immer:

  • von einer Gefahr oder einem Effekt ausgehen, die den Kerngeschäften oder -produkten eines Unternehmens innewohnen;
  • das Potenzial haben, die Geschäftsfähigkeit, die Reputation oder die immateriellen Werte eines Unternehmens erheblich zu schädigen;
  • von anhaltendem Medieninteresse, organisierten Interessengruppen und damit verbundenen Debatten über die öffentliche Ordnung begleitet werden, wodurch die Auswirkungen auf das Unternehmen und die Unternehmensreputation verstärkt werden

Deshalb empfehlen wir Unternehmern, die jetzt ihr Risikomanagement überprüfen, ESG-Risiken aktiv in ihr Risikofrüherkennungssystem einzubinden.

Welche Schwierigkeiten bei der Integration von ESG-Risiken in das Enterprise Risk Management bestehen und welche Empfehlungen sich daraus für die Umsetzung in der Praxis ableiten lassen, lesen Sie hier.

Die wichtigsten Herausforderungen bei der Integration von ESG-Risiken in das Enterprise Risk Management haben wir zudem gemeinsam mit der Risk Management Association (RMA), die FHDW Hannover in einer wissenschaftlichen Studie untersucht. Weitere Informationen sowie die wichtigsten Erkenntnisse der Studie finden Sie hier.

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