Den Klimawandel bekämpfen: Report über die Rolle von Bankenregulierung und -aufsicht

19.02.2020 – Mazars und das Official Monetary and Financial Institutions Forum (OMFIF) haben gemeinsam einen globalen Bericht erstellt, der sich mit der Regulierung der Finanzbranche zur Bekämpfung des Klimawandels befasst. Welche politischen Anpassungen werden in den verschiedenen Ländern vorgenommen, um Klimarisiken zu bewerten und zu kontrollieren? Wie werden sich diese Maßnahmen in Zukunft voraussichtlich entwickeln?
Antworten auf diese Fragen erhalten Sie mit unserer neuesten Studie.

Auf Basis einer Umfrage unter 33 Zentralbanken und Finance-Aufsichtsbehörden weltweit zeigt der Bericht, dass die meisten Befragten die Klimarisiken inzwischen als ein wichtiges Thema ansehen und anerkennen, dass ein langfristig wirksamer Umgang damit erforderlich ist.  

Zentralbanken bewerten den Klimawandel heute als „große Bedrohung“ für finanzielle Stabilität

Dem Report zufolge sehen 70 Prozent der Befragten den Klimawandel als eine große Bedrohung für die Finanzstabilität an und werden die Klimarisiken in die Aufsichtspraktiken und Routine-Stresstests integrieren.

Nur rund die Hälfte der Zentralbanken (55 %) gibt an, Klimarisiken zu überwachen, und weitere 27 Prozent reagieren schon aktiv auf diese Risiken. Dabei herrscht Uneinigkeit über die Verantwortlichkeiten: Zwar bewerten insgesamt zwölf Prozent den Klimawandel als ein großes Risiko, aber die zugehörigen Maßnahmen für den Umgang damit sollen von anderen politischen Institutionen, wie z.B. Regierungsabteilungen, kommen.

Regulatorische Ansätze für den Umgang mit Klimarisiken

Zentralbanken und Regulierungsbehörden integrieren Klimarisiken zunehmend in ihre Aktivitäten. Die wichtigsten zu erwartenden Maßnahmen sind:

  1. Bewertung des Klimarisikos als finanzielles Risiko in Stresstests.
  2. Offenlegung klimabezogener Finanzdaten auf freiwilliger Basis oder sogar verpflichtend.
  3. Festlegung von Standards für Nachhaltigkeitskriterien für grüne Finanzierungen/Kredite durch regulierte Banken.

Während Finanzmarkt-stabilisierende Initiativen  –  bei denen es um die Korrektur von Marktversagen auf den Finanzmärkten geht – an Fahrt aufnehmen, zeigen sich die Zentralbanken gegenüber stärkeren Interventionen durch den Einsatz von "marktgestaltenden" aufsichtsrechtlichen und geldpolitischen Instrumenten für Klimazwecke zurückhaltend.

Mehr Klima-Stress-Tests erwartet

Das Einbeziehen klimabezogener Überlegungen in Stresstests steht noch ganz am Anfang: Nur 15 Prozent der Befragten beziehen derzeit klimabezogene Fragen in ihre routinemäßigen Stresstests von Finanzinstituten ein. Doch dieser Anteil wird deutlich zunehmen, denn knapp vier Fünftel (79 %) sagen, dass sie dies in Zukunft tun wollen.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Mazars und OMFIF sind davon überzeugt, dass der Erfolg jeder politischen Reaktion auf den Klimawandel von dem Engagement aller Marktteilnehmer abhängt. Dabei ist ermutigend, dass die Zusammenarbeit zwischen den Regulierungsbehörden und dem privaten Finanzsektor im Rahmen verschiedener Initiativen bereits begonnen hat. Mit diesem Report wollen wir Entscheider aus dem Finanzdienstleistungsbereich dabei unterstützen, in einen konstruktiven Dialog einzutreten und Gespräche darüber anregen, wie die grüne Regulierungsagenda am besten gestaltet und auf Veränderungen im Regulierungsbereich reagiert werden kann. Die Übernahme kollektiver Verantwortung für die Entwicklung der neuen Grundlagen einer nachhaltigen Finanzindustrie wird zum Aufbau gesünderer Volkswirtschaften und einer gerechteren Welt beitragen.

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Klicken Sie HIER für den Download des vollständigen Reports “Den Klimawandel bekämpfen: Die Rolle von Bankenregulierung und Aufsicht”.

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Der Markt für Finanzdienstleister ist durch einen hohen Wettbewerbs- und Kostendruck und einen beständigen Wandel in Produkten und Prozessen gekennzeichnet. Mehr als in jeder anderen Branche hat die rasante technologische Entwicklung die Wertschöpfungskette verändert. Vor diesem Hintergrund müssen Finanzdienstleister ihre Strategien und Geschäftsprozesse ständig aktualisieren. Es gilt, präzise zu analysieren und notwendige Anpassungen vorzunehmen.

Pressemitteilung

Kampf gegen den Klimawandel

- 70 % der Zentralbanken und Aufsichtsbehörden sehen den Klimawandel als Bedrohung für die finanzielle Stabilität - Nur 55 % der Zentralbanken berücksichtigen bisher Klimarisiken im Monitoring - Deutsche Bundesbank zieht Einbindung von Klimarisiken in Stresstests in Erwägung

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