Das Marktstammdatenregister kommt!

09.06.2017 – Die Energiewende befindet sich im stetigen Wandel, wobei nicht nur große Akteure ihren Teil dazu beitragen, sondern auch immer mehr Kleinanlagen von unterschiedlichen Anlagebetreibern. Dies führte in der Vergangenheit – trotz des bereits bestehenden Anlagenregisters zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz: EEG) – zu einer gewissen Unübersichtlichkeit hinsichtlich der teilnehmenden Akteure. Handlungsbedarf war somit gegeben, der nunmehr eine Lösung in der Einführung eines einheitlichen Marktstammdatenregisters fand, durch welches die Datengrundlage vereinheitlicht, verbessert und vereinfacht werden soll. Als rechtliche Grundlage soll dazu die Marktstammdatenregisterverordnung (kurz: MaStRV) dienen, die nunmehr alle Erzeugungsanlagen erfassen soll.

Das Marktstammdatenregister stellt eine onlinegestützte Datenbank dar, die von der Bundesnetzagentur (kurz: BNetzA) gepflegt und betreut wird und für jedermann zugänglich sein soll. Es übernimmt im Bereich der erneuerbaren Energien die derzeitige Aufgabe des Anlagenregisters und des PV-Meldeportals. Erfasst werden sämtliche wesentliche Akteure der Bereiche Strom und Gas, sodass alle Erzeugungsanlagen und bestimmte Verbraucheranlagen sowie die Betreiber der Anlagen der Registrierungspflicht unterliegen. Insbesondere sind nicht nur Neuanlagen, sondern nunmehr auch Bestandanlagen, also Anlagen deren Inbetriebnahme vor dem 1.7.2017 erfolgt ist, erfasst.

In das Marktstammdatenregister können ausschließlich Stammdaten, wie z. B. Standorte, Kontaktinformationen, technische Anlagendaten, Unternehmensform, technische Zuordnungen und Geodaten, eingetragen werden. Bewegungsdaten, die die wirtschaftlichen Aktivitäten abbilden und betreffen, wie beispielsweise Last- und Einspeisezeitreihen, Energiemengen, Vertragsbeziehungen, Speicherfüllbestände, sollen hingegen nicht erfasst werden. Die Verantwortung hinsichtlich der Richtigkeit und Vollständigkeit trägt jeweils der Dateninhaber, mithin der Betreiber der Erzeugungsanlage. Er hat dafür Sorge zu tragen, dass die Daten eingetragen werden und jederzeit aktuell sind. Die Netzbetreiber müssen die Daten jedoch prüfen und ggf. ergänzen.

Der vorgesehene Zeitplan verpflichtet zunächst die Netzbetreiber zur Eintragung in der Zeit vom 2.5.2017 bis 30.6.2017 in das Marktstammdatenregister. So können die Anlagenbetreiber auswählen, an welches Netz ihre Einheit angeschlossen ist. Ab dem 1.7.2017, der zugleich den Inbetriebnahmetag des Martkstammdatenregisters darstellt, müssen alle anderen Marktakteure das Register verwenden. Das bisherige PV-Meldeportal und das Anlagenregister werden zeitgleich deaktiviert.

Betreibern von Bestandsanlagen soll eine zweijährige Übergangszeit bis zum 30.6.2019 hinsichtlich der Eintragung und Datenverantwortung zugutekommen, wobei die Bestandsanlagen selbst, sofern sie bereits im Anlagenregister zu registrieren waren, automatisch übernommen werden. Die Betreiber hingegen sind innerhalb der gewährten Übergangszeit verpflichtet, sich selbst als Marktakteure zu registrieren, die Daten hinsichtlich ihrer automatisch registrierten Bestandsanlage zu ergänzen und zu korrigieren und anschließend die Datenverantwortung zu übernehmen.

Da die Dateneintragung als Verpflichtung ausgestaltet ist, sind bei Nichteinhaltung dieser Verpflichtung bereits jetzt Konsequenzen vorgesehen. So wird eine Förderung nach dem EEG, aber auch nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (kurz: KWK-G), davon abhängig gemacht, dass eine Registrierung im Marktstammdatenregister erfolgt ist. Zudem stellt die Nichteintragung der Stammdaten, aber auch die nicht richtige bzw. die in nicht richtig erfolgter Weise vorgenommene Eintragung eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann.

Insbesondere deshalb sollten sich die betroffenen Marktakteure bereits jetzt mit den Neuregelungen der MaStRV auseinandersetzen und ggf. intern vorbereiten.

Dabei stehen wir Ihnen gern beratend zur Verfügung.

Dies ist ein Beitrag aus unserem Energie-Newsletter 1/2017. Die gesamte Ausgabe finden Sie hier. Sie können diesen Newsletter auch abonnieren und erhalten die aktuelle Ausgabe direkt zum Erscheinungstermin.

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