Bundestagswahl 2017: Änderungen der Steuersätze für Kapitalgesellschaften

Seit dem Jahr 2008 beträgt der Körperschaftsteuersatz (KSt-Satz) für Gewinne von Kapitalgesellschaften 15 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags; zuvor hatte dieser noch 25 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags betragen.

Die meisten Parteien machen in ihren Wahlprogrammen keine Angaben zu einer Änderung des KSt-Satzes. Daher darf man davon ausgehen, dass der derzeitige KSt-Satz von 15 % beibehalten werden soll. Da Kapitalgesellschaften zusätzlich zu KSt und Solidaritätszuschlag auch noch Gewerbesteuer zahlen müssen, bliebe es bei einem unterstellten Gewerbesteuerhebesatz (GewSt-Hebesatz) von 400 % bei einer Gesamtbelastung auf Ebene der Kapitalgesellschaft von 29,83 %.

Vorschlag der Partei Die Linke: Erhöhung des KSt-Satzes auf 25 %

Nur die Partei Die Linke schlägt in ihrem Wahlprogramm vor, den KSt-Satz wieder auf 25 % zu erhöhen. Diese Forderung hatte die Partei bereits in ihrem Bundestagswahlkampf 2013 vorgeschlagen. Bei einem unterstellten Gewerbesteuerhebesatz von 400 % würde dies zu einer Gesamtbelastung von 40,38 % führen. Dies würde eine Erhöhung der Gesamtbelastung von 10,55 Prozentpunkten bedeuten.

Auswirkungen der möglichen KSt-Satzerhöhung in ausgewählten Städten

Diese von der Partei Die Linke vorgeschlagene Erhöhung des KSt-Satzes auf 25 % würde wegen der in den jeweiligen Kommunen unterschiedlich geltenden Gewerbesteuerhebesätzen in ausgewählten Städten zu folgenden Erhöhungen der Gesamtbelastung einer Kapitalgesellschaft führen.

Durch die unterschiedlichen Gewerbesteuerhebesätze würde sich in Berlin eine Gesamtbelastung von 40,73 % ergeben, während in München – dem Ort mit dem höchsten Gewerbesteuerhebesatz – sogar eine Gesamtbelastung von 43,53 % zu zahlen wäre. 

Einführung von Mindeststeuersätzen in Europa

Breiten Raum nimmt in einigen Wahlprogrammen zudem die Einführung von Mindeststeuersätzen von Kapitalgesellschaften innerhalb Europas ein.

So fordern SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die Partei Die Linke eine solche Einführung von Mindeststeuersätzen für alle in der EU ansässigen Unternehmen. Hierdurch solle in Europa beim Thema Steuergerechtigkeit mehr Fairness geschaffen und Steuerdumping verhindert werden. Keine Angaben zu diesem Thema finden sich dagegen in den Programmen von CDU/CSU, FDP und AFD.

Für die Steuerbelastung von Gewinnen aus Kapitalgesellschaften sind die Einkommensteuersätze ebenfalls von Bedeutung, da die Gewinne von Kapitalgesellschaften als Dividenden bei einkommensteuerpflichtigen Anteilseignern noch der Einkommensteuer unterliegen. Die im Einkommensteuertarif geplanten Änderungen beleuchten wir im Beitrag „Einkommensteuertarife“ näher.

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