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Chancen und Risiken beim Kauf von Krisenunternehmen

Wie können Sie Ihre Transaktion optimieren?

Krisenunternehmen können sehr interessante Kaufziele sein. Die Unternehmensinsolvenz ist nur der extreme Fall einer Unternehmenskrise. Dennoch ist Vorsicht geboten: der Erwerb eines Krisenunternehmens birgt häufig eine ganze Reihe von Schwierigkeiten und Risken, die bei Transaktionsmanagement und Unternehmensanalyse berücksichtigt werden müssen.

Transparenz der Krisenursachen

Folgende vier Kernfragen müssen fundiert gestellt und beantwortet werden:

1. Welches sind die wesentlichen Krisenursachen?

2. Lassen sich die Krisenursachen rasch und erfolgreich beseitigen?

3. Sind die wesentlichen Werte des Unternehmens noch vorhanden?

4. Besteht der erforderliche Wille zu Veränderungen?

Wenn diese Fragen positiv beantwortet werden können, lohnt es sich, über einen Einstieg nachzudenken. Dann gilt es im nächsten Schritt, Fragen wie die der Finanzierung und Gestaltung zu klären.

Möglichkeiten der Außenfinanzierung

Qualität und Vollständigkeit relevanter Informationen sind meist schlecht. Auch der bereits anfangende Zerfall des Unternehmensorganismus führt zu nicht unerheblichen finanziellen Risiken, die deutlich höher erscheinen als bei einem zu akquirierenden erfolgreichen Unternehmen. Andererseits ergeben sich möglicherweise auch besondere finanzielle Chancen, die die Risiken überkompensieren.

Die Stakeholder sind an einer finanziellen Stabilisierung des Krisenunternehmens und dessen nachhaltiger Unternehmensexistenz interessiert. Wird hierzu die Finanzkraft und das Know How eines anderen Unternehmens benötigt, hat der Käufer eine starke Verhandlungsposition.

Die Zuführung frischen Kapitals zur Existenzsicherung ist für die Gesellschafter eines Krisenunternehmens im Vergleich zum Kauf eines gesunden Unternehmens bedeutsamer als die Erzielung eines maximalen Kaufpreises. Es besteht daher die Chance eines „Lucky Buy“.

Zeitpunkt des Kaufs

Auch der Zeitpunkt des Kaufs – vor oder nach Eröffnung eines Insolvenzverfahrens – spielt rechtlich gesehen eine große Rolle und sollte wohlüberlegt sein. So ist ein Kauf unmittelbar vor Insolvenz anfechtbar. Beim Kauf aus der Insolvenz hingegen muss der Käufer nicht für die alten Verbindlichkeiten gegenüber den Gläubigern haften.

Rechtliche Risiken beachten

Rechtliche Risiken bestehen u.a. auch bei Verträgen mit Lieferanten und Kunden. Haben zum Beispiel Lieferverträge im Falle der Insolvenz Bestand oder müssen sie neu verhandelt werden? Sind Kunden dem Unternehmen noch treu oder bereits zur Konkurrenz gewechselt? Was ist mit Lagerbeständen? Haben Dritte noch Rechte an den Gütern?

Verlustnutzung bei Anteilseignerwechsel

Auch die steuerliche Gestaltung wie zum Beispiel die Verlustnutzung sollte beim Kauf in der Krise berücksichtigt werden. Durch die sogenannte Sanierungsklausel wurde beispielweise die Verlustabzugsbeschränkung entschärft. Dies soll den Einstieg von Investoren erleichtern. So sind Beteiligungserwerbe zum Zwecke der Sanierung unschädlich, wenn der Erwerb der Beseitigung, Verhinderung der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung dient und Betriebsstrukturen durch Sicherung der Arbeitsplätze oder Zuführung von Betriebsvermögen erhalten bleiben.

Schlussfolgerungen

Durch die neue finanzielle und strategische Stärke infolge des Zusammengehens mit dem Käuferunternehmen wird eine klare Perspektive für die Arbeitnehmer hergestellt und es können möglicherweise viele Arbeitsplätze erhalten werden. Am wichtigsten dürfte es allerdings sein, die Mitarbeiter, Wissensträger und Leitungspersonen für den neuen Weg zu gewinnen, möglichst zu begeistern.