Praxis der Unternehmensbewertung im Familien- und Erbrecht

11.04.2017 | Susann Ihlau, Torsten Kohl

Anwendungshilfen im neuen Standard IDW S 13

IDW S 13 regelt für den Berufsstand nunmehr verbindlich die Besonderheiten bei der Unternehmensbewertung zur Bestimmung von Ausgleichs- bzw. Auseinandersetzungsansprüchen im Rahmen vermögensrechtlicher Auseinandersetzungen im Familien- und Erbrecht. Häufige Anwendungsfälle in der Praxis sind inhabergeführte oder Familienunternehmen sowie freiberufliche Aktivitäten, bei denen die Ertragskraft in besonderem Maße von den bisherigen Eigentümern abhängt und somit der Einfluss der Eigentümer auf die Ertragskraft des Unternehmens zu hinterfragen ist. Darüber hinaus spielen steuerliche Aspekte bei der Bewertung häufig eine wesentliche Rolle.

Nach der Rechtsprechung des BGH ist unabhängig von den tatsächlichen Gegebenheiten eine fiktive Veräußerung des Unternehmens an einen Dritten zum jeweiligen Stichtag zu unterstellen. Bei dieser Fiktion kommt es zur Besteuerung von vorhandenen stillen Reserven. Schließlich legt IDW S 13 dar, in welchen Fällen abhängig vom Bewertungsanlass jenseits des objektivierten quotalen Anteilswerts ggf. gesetzliche, vertragliche oder faktische Verfügungsbeschränkungen zu berücksichtigen sind.

Publikation: WPg
Ausgabe: 7/2017
Seite: 397-402

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